RECHTLICHE HERAUSFORDERUNGEN BEIM EINSATZ VON KI FÜR SCHWEIZER UNTERNEHMEN
- 7. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Feb.
Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet Schweizer Unternehmen viele spannende Möglichkeiten. Gleichzeitig bringt sie aber auch neue rechtliche Fragestellungen mit sich. Dieser Beitrag zeigt im Überblick die wichtigsten Themen, die Unternehmen beachten sollten, um Compliance-Risiken zu vermeiden.

REGULATORISCHER RAHMEN IN DER SCHWEIZ
Die Schweiz verfügt über keine spezifische KI-Gesetzgebung. Dennoch sind zahlreiche rechtliche Vorgaben relevant. Insbesondere das Bundesgesetz über den Datenschutz, kurz Datenschutzgesetz (DSG), branchenspezifische Bestimmungen sowie zum Teil EU-Vorgaben wie z.B. der AI Act sind von Schweizer Unternehmen zu beachten.
DATENSCHUTZ ALS KOMPASS FÜR DEN SICHEREN EINSATZ VON KI
KI-Systeme basieren meist auf der Bearbeitung grosser Datenmengen. Schweizer Unternehmen müssen gewährleisten, dass alle erhobenen und bearbeiteten Daten den Anforderungen des Datenschutzgesetzes entsprechen. Dabei spielt die Transparenz gegenüber betroffenen Personen sowie die Einhaltung von Grundsätzen wie Zweckbindung und Datenminimierung eine ebenso zentrale Rolle. Die Entwicklung einer individuellen Datenstrategie schafft hierfür Orientierung und hilft, Prozesse gezielt abzusichern.
TRANSPARENZ- UND DOKUMENTATIONSPFLICHTEN
Es gibt verschiedenste Transparenz- und Dokumentationspflichten, z.B. aus dem Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), dem Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann, kurz Gleichstellungsgesetz (GlG), dem Datenschutzgesetz (DSG) oder dem EU-AI Act. Natürlich sollte im Detail geprüft, welche Gesetze und damit welche Pflichten für welche Situationen genau zur Anwendung gelangen. Unternehmen sind allerdings nie falsch beraten, wenn Sie nachvollziehbar darlegen können, wie ihre KI-Systeme funktionieren, welche Entscheidungslogiken zugrunde liegen und wie sie die KI-Systeme einsetzen. Dies ist nicht nur für die Einhaltung rechtlicher Vorgaben erforderlich, sondern auch für den Aufbau von Vertrauen bei Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern. Insbesondere im Zuge von Audits oder regulatorischen Prüfungen sind strukturierte Dokumentationen essenziell.
HAFTUNGSFRAGEN UND RISIKOMANAGEMENT
Ein wesentliches Problemfeld ist die Haftung für fehlerhafte, unvollständige oder gar rechtwidrige Ergebnisse von KI-Systemen. Wer trägt die Verantwortung, wenn ein automatisierter Entscheid zu einem Schaden führt? Wer trägt die Verantwortung, wenn ein fehlerhafter Software-Code geschrieben wird? Und wer trägt die Verantwortung, wenn ein KI-generiertes Bild ein urheberrechtlich geschütztes Bild Dritter verletzt? Wir empfehlen: stellen Sie sich solche Fragen. Je präziser, desto besser. Sie meistern damit den anschliessenden Punkt.
VERTRÄGE KLAR GESTALTEN
Die Beschaffung oder Nutzung von KI-basierten Lösungen erfordert sorgfältig gestaltete Verträge, welche alle wichtigen Themen abdecken. Wem gehören die Trainingsdaten? Wer darf die Ergebnisse nutzen? Was passiert, wenn das System weiterentwickelt wird? Individuelle Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und genaue Vereinbarungen geben Ihnen Sicherheit – und lassen Sie ruhig schlafen.
BRANCHENSPEZIFISCHE BESONDERHEITEN
Sektoren wie das Gesundheitswesen oder die Finanzbranche unterliegen zusätzlich eigenen regulatorischen Anforderungen, etwa in Bezug auf IT-Recht, Datensicherheit und Aufsichtspflichten. Hier sind individuelle Compliance-Massnahmen und spezialisierte Beratung unabdingbar, um rechtliche Vorgaben und Branchenstandards sicher einzuhalten.
FAZIT: RECHTSSICHERHEIT ALS INNOVATIONSMOTOR
Künstliche Intelligenz eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten, doch ohne ein tragfähiges rechtliches Fundament entstehen Compliance-Risiken. Eine proaktive Auseinandersetzung mit Datenschutz, Haftung, Transparenz und branchenspezifischen Vorgaben ist unverzichtbar. Eine durchdachte KI-Compliance-Strategie ist der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg. So nutzen Sie Chancen, halten Risiken klein und sorgen für Vertrauen auf allen Seiten!
PRAKTISCHE TIPPS: SO MACHEN SIE IHR UNTERNEHMEN KI-FIT
Wo wird/soll KI eingesetzt werden: zu Beginn klingt es vielleicht simpel, ab dem Moment, wo KI in einem Unternehmen fester Bestandteil ist, kann diese Frage zu einer Herausforderung werden. Halten Sie deshalb von Beginn die Übersicht im Auge.
Risiken erkennen: Machen Sie vor dem Start eine genaue Analyse: Wo lauern rechtliche, ethische oder technische Risiken? Klären Sie, welche Daten verwendet werden, wie die KI entscheidet und wer im Notfall haftet.
Datenschutz von Anfang an mitdenken: Sorgen Sie bei der Entwicklung und bei der Nutzung von KI-Systemen für Datenschutz.
Verantwortlichkeiten festlegen: Bestimmen Sie, wer für KI im Unternehmen zuständig ist. So weiss jeder, was er zu tun hat, und Sie behalten die Kontrolle.
Schulen und sensibilisieren: Halten Sie Ihre Mitarbeitenden auf dem Laufenden. Workshops und Schulungen helfen, Risiken früh zu erkennen und Fehler zu vermeiden. Und Ihre Mitarbeitenden wissen, was Sie tun dürfen, das verschafft für alle Sicherheit.
Technische und organisatorische Massnahmen umsetzen: Setzen Sie Schutzmechanismen ein – zum Beispiel Protokolle und interne Audits.
Gute Verträge sind das A und O: Sorgen Sie dafür, dass alle Vereinbarungen klar und vollständig sind.
Transparenz ernst nehmen: Halten Sie fest, wie Ihre KI arbeitet und wie Entscheidungen entstehen. Das hilft bei Nachfragen und stärkt das Vertrauen.
Last but not least: Holen Sie sich externe Hilfe: Gesetze ändern sich schnell. Mit professioneller Beratung sind Sie immer auf der sicheren Seite und können flexibel reagieren.
WEITERE INFORMATIONEN:
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Ihre Ansprechperson:

Caroline Danner
Rechtsanwältin & Inhaberin ONLAW
Foto von Startaê Team auf Unsplash.
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